1. Eintrag
03.08.2013 15:37Am Montag hieß es früh aufstehen, da mein Flug schon um 9:20 Uhr gehen sollte, d.h. Wecker auf 3:30 Uhr stellen und die letzten Vorbereitungen treffen. Um 5:50 Uhr kam ich endlich am Flughafen an, wobei ich natürlich aufgeregt war. Erster Flug alleine und noch dazu nach Lexington, wo ich bisher nur eine "Skype-Bekanntschaft" hatte. Zielstrebig ging ich zum Check-In Schalter von US Airways, um mein Gepäck abzugeben. Dort hieß es, der Schalter werde erst um 6:20 Uhr aufgemacht. Um 6:19 Uhr kam dann die Überraschung: Ein Mitarbeiter forderte alle, die in Charlotte (dort sollte mein 1. Flug hingehen) einen Anschlussflug hätten, auf, an einen anderen Schalter zu gehen, da der Flug 3 Stunden Verspätung hätte. An diesem Schalter sollten alle Leute - wenn nötig - andere Anschlussflüge zugewiesen bekommen. Glücklicherweise hatte ich einen der vorderen Plätze in der Schlange, weil es logischerweise eine gewisse Zeit dauert, bis man einen neuen Flug bekommt. Nach über einer Stunde Wartezeit kam ich endlich an die Reihe und einen anderen Flug zugewiesen. Somit konnte ich endlich zum Check-In, um das Gepäck abzugeben. Dort wurde gleich gesagt, dass der Flug nicht um 12:30 Uhr gehen soll, sondern dass es reicht, wenn ich um 14:00 Uhr zum Boarding erscheine. Also bin ich mit Marcus, der hinter mir in der Reihe stand und mit dem ich ein Gespräch anfing, durch den Flughafen gelaufen. Wir frühstückten und verbrachten einige Zeit in der Airport-Mall. Zum Boarding begaben wir uns wieder Richtung Halle C der Terminals 1. Überraschenderweise stand da immer noch eine riesen Schlange von Leuten, die umgebucht werden sollten. Die Schlange erstreckte sich inzwischen auf über 40 Meter und US Airways hatte immer noch keinen zweiten Schalter geöffnet. Dann wurde durchgesagt, dass der Flug auf 17:30 Uhr verschoben wurde. Marcus und ich gingen dann in einen Wartebereich. Dort trafen wir auf eine Mutter mit ihren zwei kleinen Töchtern, die uns sagte, dass US Airways ein Mittagessen in einem Hotel für uns vorbereitet hätte. Auf dem Weg zum Hotel genügte ein kurzer Blick ins Internet, um herauszufinden, dass der Flug inzwischen auf 19:30 Uhr verschoben worden war. Nach dem Essen wollten wir, nachdem wir einige Zeit im Hotel verbracht hatten, uns auf den Weg zum Flughafen begeben. Wir hatten allerdings nicht damit gerechnet, dass der Hotelmanager in den Saal kam um uns mitzuteilen, dass der Flug komplett abgesagt wird. Weitere Informationen bezüglich unseres Fluges sollten wir um 22:00 Uhr erhalten. Um 22:00 Uhr warteten natürlich über 100 Leute auf weitere Informationen. Der Mitarbeiter von US Airways kam natürlich nicht pünktlich, wäre auch ironisch gewesen, wenn irgendwas von US Airways an diesem Tage pünktlich gewesen wäre. Nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit, in der die Menschen natürlich nicht gerade fröhlicher wurden, kam er endlich. Er hatte eine Liste - alphabetisch geordnet- mit Informationen über unsere Flüge. Er las alles ganz genau vor, erklärte es den Leuten ausführlichst, was als Folge hatte, dass die Prozedur ewig dauerte. Beim Buchstaben g angekommen, sagte er, dass er zurück zum Flughafen müsse, um den Rest der Liste zu holen. In Zeiten des Internets und von Druckern und Faxgeräten trug dieses Verhalten auch nicht zur Stimmungshebung bei. Um ungefähr 1 Uhr nachts kam er zurück und nach weiterer Wartezeit hatte ich endlich meine Flugverbindung, ich musste allerdings bis Mittwoch warten. Am nächsten Tag habe ich den US Airways guy darauf hingewiesen, dass mir die 2,5 h zwischen den Flügen zu kurz seien. Ich müsse durch die Immigration, die bei Leuten mit einem Studentenvisum länger dauert (2-3h wurde mir in einer Email von einer Uni mitgeteilt), durch den Zoll und evtl. wiederum mit Gepäck einchecken, da ich mit verschiedenen Airlines fliegen sollte. Er suchte nach anderen Flügen und sagte, es gäbe keine. Ich fragte nach, ob mir US Airways im Falle des Verpassens des Anschlussfluges einen anderen Anschlussflug suchen und zahlen würde, bzw. ein Hotel, sollte es keine weiteren Flüge an dem Tag mehr geben. Er sagte, es sei nicht seine Schuld und ich sollte mich an die Immigration wenden, wenn die mich so lange befragen würden. Darauf erwiderte ich, dass es durchaus seine Schuld sei, da ich mir extra 6 Stunden zwischen den Flügen gebucht hatte, um keinesfalls meinen Flug zu verpassen. Daraufhin reagierte er unerfreut. Er schlug mir auch vor, schneller zu laufen, damit ich den Flug erreichen könne.
Da mein Flug von Frankfurt nach Newark mit Lufthansa war, konnte ich dienstags schon mein Gepäck umchecken lassen. Mittwochs ging es früh an den Flughafen um die Boarding Pässe zu holen. Lufthansa konnte mir am Vortrag schon ihren Pass geben, allerdings musste ich hoffen, dass US Airways mir in Frankfurt die Boarding Pässe ausstellen konnte (was nach Auskunft der Lufthansa nicht zwangsläufig der Fall sein müsse). Das hat zum Glück geklappt und so ging es am Mittwoch dann mit dem Flug nach Newark. Dort konnten wir auf dem Hinflug noch eine Viertelstunde herausholen und da glücklicherweise die Immigration gerade sehr leer war, hatte ich keine Zeitprobleme. Von Newark ging es dann mit US Airways nach Charlotte. Dort angekommen, erfuhr ich, dass der Flug von Charlotte nach Lexington 1,5h Verspätung hatte. Nach über 50 Stunden Verspätung kam ich endlich in Lexington an, wo ich von Stephen, mit dem ich vorher über Skype Kontakt hatte, abgeholt wurde. Er lud mich auch gleich für den Folgetag zu sich zum Abendessen ein. Nachdem ich am Donnerstag ausgeschlafen hatte, erkundete ich die unmittelbare Umgebung des Hotels, in dem ich die erste Woche verbringen werde (in mein Apartment kann ich erst am 7. August einziehen). Es gibt einen McDonalds, einen FiveGuys (ein leckerer Burgerladen), einen PandaExpress (asiatisches Fastfood), einen BurgerKing, einen Subways, einen Starbucks (in dem ich frühstücke) und wohl aus lokalpatriotischen Gründen einen KentuckyFriedChicken. Lexington hat allerdings nicht nur Fastfood zu bieten, sondern es ist wohl die mit Abstand grünste Stadt, in der ich je war. Überall sind Wiesen, und Bäume. Außerdem sind die Leute sehr freundlich und man wird sogar auf der Straße gegrüßt. Ein erster Besuch des nahen Kmarts (ein Supermarkt) brachte auch viel Zeit herum. Es ist echt krass, was man hier alles in einem Supermarkt kaufen kann; Waffen sind da nur ein Beispiel. Abends wurde ich von Stephen abgeholt und wir fuhren zu seiner Wohnung, wo seine Frau schon auf uns wartete. Dort gab es ein sehr leckeres Essen und wir unterhielten uns gut. Er bot mir an, mir den Campus zu zeigen. Da sagte ich natürlich sofort zu. Der Campus ist sehr grün und es gibt dort viele Hasen, Eichhörnchen und Vögel. Die Büros sind in einem Hochhaus untergebracht, von dem aus man einen guten Blick hat. Stephen zeigte mir auch direkt die Vorlesungsräume und (von außen) die Basketballarena, die das größte Basketballstadion in den USA ist, und das American Football Stadion. Alles in allem war es ein sehr schöner Abend und ich bin echt froh, dass Stephen sich viel Zeit für mich genommen hat.
Gestern ging es mit Stephen (er holte mich ab, da ich kein Auto habe und gerade weit vom Campus entfernt wohne) zur Uni. Dort musste ich ein paar Formulare wegen meiner Anstellung als teaching assistant ausfüllen. In baldiger Zukunft werde ich auch noch einen Drogentest machen müssen; hier bin ich allerdings sehr zuversichtlich. Die nette Sekretärin führte mich gleich im Patterson Office Tower herum und stellte mich den Professoren und anderen graduate students vor. Die Leute hier sind echt sehr nett.
Den heutigen Tag habe ich bisher zur Erholung, zur weiteren Erkundung meiner Umgebung und zum Schreiben dieses Blogs genutzt. Heute Abend kommt auch schon der erste Besuch aus Deutschland, worauf ich mich sehr freue.
Bisher hatte ich also ereignisreiche Tage und ich hoffe, es geht so weiter.
flo